Rezension - Simon Baron-Cohen: Vom ersten Tag an anders

Der Autor wagt sich mit seinem Buch an ein heikles Thema: die von Natur aus vorhandenen und heutzutage oft und gern geleugneten Unterschiede in den Gehirnen von Männern und Frauen. Dabei schreibt er Männern den Gehirntyp S (für Systematisierung) und Frauen den Gehirntyp E (für Empathie) zu. Die letzten Kapitel des Buches sind einer besonderen Gruppe von Menschen gewidmet: den Autisten, die nach der Überzeugung des Autors unabhängig von ihrem Geschlecht eine Extremform des "männlichen" Gehirns besitzen und damit über ein hohes Systematisierungs- und niedriges Empathievermögen verfügen.

Baron-Cohen schafft es, die Unterschiede in der (durchschnittlichen) Denkweise von Männern und Frauen so darzulegen und zu erklären, dass niemand sich ernsthaft diskriminiert fühlen kann. Er zeigt auf, welche Vorteile die jeweiligen Gehirntypen für die Person selbst und für die Gesellschaft haben, und wie gut sie einander ergänzen.

Wer dennoch meint, dass Menschen mit einem extrem systematisierenden (also "männlichen") Gehirn es aufgrund dieser Tatsache umso leichter haben müssten, "nach oben" zu kommen, wird in dem Kapitel über Autismus eines Besseren belehrt. Hier zeigt er, dass auch durchschnittlich bis hoch intelligente Menschen mit wenig Empathie oft massive Probleme im täglichen Leben haben, da sie ihrer Umwelt meistens ein hohes Maß an Toleranz abverlangen. Andererseits verfügen sie über Fähigkeiten und Charaktereigenschaften, die von hohem Nutzen sind, wenn es gelingt, sie richtig einzusetzen.

Im Anhang des Buches befinden sich vier Tests, anhand derer man seine eigenen Empathie-, Systematisierungs- und Autismus-Spektrum-Quotienten ergründen kann.

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